Apropos 2012. Was heißt Apokalypse?

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Eines der Schlüsselwörter in Sachen 2012 heißt APOKALYPSE. Das Schockwort Apokalypse ist ein altes griechisches Wort und bedeutet OFFENBARUNG. Das wissen die meisten nicht. Wie kommt es, dass die meisten von uns mit dem Wort Apokalypse einen schrecklichen, katastrophalen Weltuntergang in Verbindung bringen? Sind wir alle bescheuert? Oder was ist hier los? Schauen wir mal genau hin.

Eine der Ursachen für diese negativen Verknüpfungen ist die “Offenbarung des Johannes”, des letzten Buches (Evangeliums) im Neuen Testament. Diese sehr spezielle christliche Offenbarung des Johannes ist voller Plagen, Unglücke, Katastrophen, sieben Siegeln, sieben Posaunen, dem TIER, den Erzengeln, Fluten, Unwettern, Kriegen, Hunger und so weiter.

Johannes' Offenbarung für 2012?

Johannes' Offenbarung für 2012?

Kann gut sein, dass Johannes nur das verkündet, was alle Menschen denken und fühlen, sobald ihnen etwas unvorhergesehenes Schreckliches widerfährt, nachdem sie seit Ewigkeiten in immerselber Routine ihr Leben verrichteten. Gedanken wie: “Oh Gott… der Tod ist allmächtig, fürwahr, nichts überlebt, aber auch gar nichts, nicht mal eine Zivilisation, also MUSS auch die Welt ein Ende haben.” Dieser Glaube ist weltweit verbreitet.

Fortgeschritten Verängstigte mit Hang zu Optimismus und Geschichtsstudium machen einen Schritt weiter und wissen, dass jeder Untergang den Beginn von etwas Neuem mit sich bringt (hoffentlich). Und das Neue ist durchaus begrüßenswert. Diese “Glück im Unglück”-Sichtweise wird jedoch nicht von allen Menschen oder Kulturen geteilt. Denn diese Auslegung ist sehr anstregend, denn man kann sich nicht auf die faule Haut legen, denn man muss immer wieder NEU aufbauen.

Zum Beispiel die Sintflut. ALLE alten Kulturen haben davon berichtet, sogar das Alte Testament der Bibel, eine der jüngeren Aufzeichungen der Geschichtsschreibung. Die Sintflut war das absolute Ende. Wer damals nach einer Woche noch hysterisch auf seinem Dach saß und vor sich hin kicherte, weil er nicht ertrunken war, starb dann eben zwei Wochen später an Schnupfen. Am Ende war es allein Noah, der mit seiner Arche überlebte und eine neue, tugendreichere Menschheit begründete.

Was noch? Atlantis zu Beispiel, von Platon schriftlich ins Spiel gebracht, war innerhalb von einer Nacht und einem Tage von der Landkarte verschwunden – und das OBWOHL es eine angeblich überaus überlegene Zivilisation gewesen war.

Pompeij beeindruckte vor allem die Römer und stand für den Zorn der Götter – und dafür, dass alles wacklig sei.

Tja, die Apokalypse, sie war immer ein Thema, entweder als Strafe Gottes für die Sünden der Menschen, oder – im Gegenteil – als göttliche Vorsehung einer Heilsgeschichte, als LETZTES KAPITEL eines rettenden Plans, den man für uns alle auserkoren hat. Das mit den Strafen ist heute nicht mehr modern. Das mit den Plänen, die man mit uns hat, ist hingegen weiterhin ein beliebtes Gedankenspiel (Aliens kommen und programmieren einen, oder so, sehr modern).

Genau diese beiden Richtungen, nämlich (a) “Es folgt die Strafe Gottes, hinweg mit der verruchten Menschheit!” und (b) “Ihr könnt Euch Gottes Gnade nicht erwehren. Make Love not War!” geben die beiden religiösen Färbungen an, die auch in der 2012-Diskussion vorherrschen, sobald man die Apokalypse mitdenkt. Die einen sagen dann: “Das war’s. Hat keinen Zweck. Wir sind erledigt. Lass uns einen trinken gehen.” Die anderen sagen: “Wir haben ein Schweineglück. Wir sind auserwählt. Ich kann’s gar nicht erwarten. Aber vielleicht sollte ich bis dahin lieber nichts trinken.” Was für ein Prosit.

Abseits von Religion gibt es auch noch genug Wissenschaftler, die uns warnen, ohne uns die Bibel vor die Nase halten zu müssen. Auch sie haben eine Mission: Sie warnen vor Weltuntergang aufgrund von Klimakollaps, Völkerwanderung, Gentechnik, Atomkrieg, Hunger oder Schweinegrippe. Ist im Grunde aber auch alles Religion, und ziemlich übertrieben.

Denn wir können ja in Wahrheit von Glück reden, dass bisher von allen 70.000 hergestellten Atombomben nur 2 jemals gezündet wurden, der Temperaturanstieg nur 3 Grad betragen wird, Völkerwanderung die Sache nur noch spannender macht (wie schon 20 mal zuvor), Gentechnik bald eine Lachnummer sein wird (funktioniert nämlich nicht), Hunger überraschenderweise schlank und gesund machen kann (nein, kein Zynismus) und die Schweinegrippe höchstens eine willkommene Diagnose ist, aufgrund derer man sich zwei Wochen lang krank schreiben lassen kann und endlich mal dazu kommt, diese verdammten 4 Bücher zu lesen.

Pentagon und 2012

Pentagon und 2012

Apokalypsen gibt es seit Tausenden von Jahren. Alle paar Jahre werden sie verkündet. Zu Recht. Die Apokalypse ist wichtig, sie ist allgegenwärtig, sie ist zweierlei: Eine verzweifelte Warnung und Ausrede angesichts von Hilflosigkeit – und ein Hinweis darauf, dass sich die Dinge ändern werden, und dass man sich eben selbst helfen muss (hat das Leben so an sich).

Und wenn man einsieht, dass die Dinge sich immer nur dramatisch ändern können, nicht schrittweise, sondern immer SPRUNGHAFT umwälzend (weil dies ein grundlegendes Gesetz der Natur ist — der Mensch handelt erst, wenn es spät ist, das kann man ihm nicht vorwerfen, es ist seine Natur — sein Willen und seine Kraft zum Neubeginn ist hingegen unübertroffen und einzigartig), dann ist Apokalypse ein logischer und notwendiger Baustein der menschlichen Vorherrschaft auf diesem Planeten und der Entwicklung des Lebens auf dieser Welt.

Davor kann man sich fürchten oder man kann sich darauf freuen. Wie auf eine Weisheitszahnoperation.

Das gleiche gilt für 2012.

PS: Apokalypse = Offenbarung… WESSEN Offenbarung eigentlich? Woher haben die Propheten das Wissen von der Offenbarung? Woher stammt sie? Und was sagt sie?

Ist DIE Offenbarung am Ende unsere ganz eigene Offenbarung, also von uns selbst für uns selbst, vom Menschen für den Menschen, eine Nachhricht von uns an uns selbst, konserviert und wiederholt und neu aufgebrüht seit Urgedenken? Selbst wenn wir den schlimmsten Fall annehmen, und annehmen müssen, dass die Nachricht an uns selbst lautet: “Die Menschheit ist dazu bestimmt, sich selbst zu vernichten”, dann hat man die Rechnung ohne den Menschen gemacht. Denn der Mensch ist (Achtung:) frei. Er hat also die Wahl.

Und das bedeutet, dass er die Wahl hat, sein Schicksal nicht zu akzeptieren.


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2012

Kommentare

7 Kommentare to “Apropos 2012. Was heißt Apokalypse?”
  1. Lichtblick Leser sagt:

    Sich auf die Apokalypse zu freuen ist reiner Schwachsinn. Auserwählt? Wozu? Zum Draufgehen,damit was besseres entsteht. Dazu hätte man gar nicht erst auf die Welt kommen brauchen.Oder erst nachdem das Neue entstanden ist. Alles andere ist völliger Schwachsinn.Die Apokalypse wäre am besten dann,wenn alle Menschen darauf warten.Jetzt gibt es noch einige,die mit ihrem Alltag gut zurechtkommen.Wer sich Katastrophen wünscht,soll irgendwohin fahren,wo es jetzt schon so ist. Andere wünschen sich lieber den totalen Weltfrieden.Es wäre auch mal gut zu wünschen dass nach all der Zeit der Kriege und Katastrophen eine friedliche Katastrophenfreie Zeit entsteht. Das wäre wirklich ein lohnender Neubeginn.

  2. Lily-Rose sagt:

    Was für eine Wahl habe ich denn, wenn es tatsächlich zu einer durch die für 2012 errechneten “Mega”-Sonneneruption verursachten, globalen Umweltkatastrophe, sinnflutartigen Überschwemmung kommt?

  3. Alien sagt:

    Wenn man die Apokalypse in der Bibel mal gelesen hat, weiss man dass gar nicht alle sterben, nur so ein Drittel der Menschen. In der Zeit wo alle das Standbild (TV) des Tieres (Materlialismus / 666) anbeten usw. Viele steigen (new age deutsch) dann “auf”- Bibel nennt das “Entrückung”. Ein Engel wirft glühende Kohlen vom Himmel (Kometen) woraufhin dann auch viele Gewässer etc verseucht sind, steht da ja alles. Na dann, viel Glück ! ;)

  4. Joy sagt:

    Wenn du dein Leben nur zwischen Geburt und Tod ansiedelst, ist jede Perspektive begrenzt. Versuche dich auf eine *höhere Ebene* zu begeben und dir vorzuzstellen, dass die Intelligenz, die dir das Leben ermöglicht, unendlich viel investiert hat (wenn schon dein Körper so ein unglaubliches Wunderwerk ist, wie dann erst dein geistiges Ich) – und das nur für den Augenblick deines hiesigen kurzen Daseins???! Schon die Wissenschaft weiß: nichts geht verloren – alles unterliegt nur einem Verwandlungsprozess. Ist das nicht wunderbar? Du bist also *ewig* – und wie entsetzlich wäre es, du bliebest immer so wie du jetzt bist. Sei froh und freue dich, das du dich noch unglaublich oft verwandeln wirst. Das heißt doch wirklich *lebendig sein”. Wäre es nicht so, wärest du nichts und damit tod. So aber warst du von jeher ohne das, was wir als Anfang oder Ende begreifen. Noch können wir nicht anders. Erst die ständige Verwandlung wird dich dahin bringen. Also fürchte dich nicht vor dem, auch was dir an sog. Schlimmen passieren könnte. Du bist und wirst immer sein.

  5. Joy sagt:

    Wenn du dein Leben nur zwischen Geburt und Tod ansiedelst, ist jede Perspektive begrenzt. Versuche dich auf eine ‘höhere Ebene’ zu begeben und dir vorzuzstellen, dass die Intelligenz, die dir das Leben ermöglicht, unendlich viel investiert hat (wenn schon dein Körper so ein unglaubliches Wunderwerk ist, wie dann erst dein geistiges Ich) – und das nur für den Augenblick deines hiesigen kurzen Daseins???! Schon die Wissenschaft weiß: nichts geht verloren – alles unterliegt nur einem Verwandlungsprozess. Ist das nicht wunderbar? Du bist (und warst) also ‘ewig’ und – wie entsetzlich wäre es, du bliebest immer so wie du jetzt bist (und mag es z.Z. noch so schön scheinen). Sei froh und freue dich, das du dich noch unglaublich oft verwandeln wirst. Nur das heißt doch wirklich ‘lebendig’ sein. Wäre es nicht so, wärest du ein Nichts und damit tot. So aber warst du von jeher niemals das, was Anfang oder Ende zu haben scheint. Zwar können wir das im Augenblick noch kaum begreifen. Erst die ständige Verwandlung wird dich dahin bringen, ein Wissender zu werden. Also fürchte dich nicht vor dem, was dir an sog. Schlimmen passieren könnte. Du bist und wirst immer sein.

  6. Joy sagt:

    Wenn du dein Leben nur zwischen Geburt und Tod ansiedelst, ist jede Perspektive begrenzt. Versuche dich auf eine \’höhere Ebene\’ zu begeben und dir vorzuzstellen, dass die Intelligenz, die dir das Leben ermöglicht, unendlich viel investiert hat (wenn schon dein Körper so ein unglaubliches Wunderwerk ist, wie dann erst dein geistiges Ich) – und das nur für den Augenblick deines hiesigen kurzen Daseins???! Schon die Wissenschaft weiß: nichts geht verloren – alles unterliegt nur einem Verwandlungsprozess. Ist das nicht wunderbar? Du bist (und warst) also \’ewig\’ und – wie entsetzlich wäre es, du bliebest immer so wie du jetzt bist (und mag es z.Z. noch so schön scheinen). Sei froh und freue dich, das du dich noch unglaublich oft verwandeln wirst. Nur das heißt doch wirklich ‘lebendig’ sein. Wäre es nicht so, wärest du ein Nichts und damit tot. So aber warst du von jeher niemals das, was Anfang oder Ende zu haben scheint. Zwar können wir das im Augenblick noch kaum begreifen. Erst die ständige Verwandlung wird dich dahin bringen, ein Wissender zu werden. Also fürchte dich nicht vor dem, was dir an sog. Schlimmen passieren könnte. Du bist und wirst immer sein.

  7. Oda sagt:

    Hallo!
    Zum Thema moderne Interpretation der Apokalypse kam 1999 dieses Buch heraus:

    Frank Sunn : ” 666 Die Zahl des Tiers im Internet”

    (zitiere von vog-buch.de) Kurzbeschreibung
    “Der Computerspezialist mit profundem okkultem Wissen stellt die Visionen der Johannes-Apokalypse in einen Zusammenhang mit den modernen Möglichkeiten der Überwachung und Kontrolle via Internet und implantierten Strichcode-Chips. Enthüllt wird die erschreckende Kehrseite der so genannten Informationsgesellschaft, die sich sehr schnell als Orwell’sches System erweisen kann.”
    Wer dann noch des Englischen mächtig ist und mehrere verregnete Wochenenden erübrigen kann, der buddele sich durch folgende Seite (und melde sich am besten im Forum an, da herrscht etwas mehr Ordnung ;)
    http://www.mt.net/~watcher/

    Neue Erkenntnisse/Einsichten wünscht Oda

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