Im Spiegel (31/2009) wird Hollywood-Regisseur Roland Emmerich in Bezug auf den 21.12.2012 folgendermaßen zitiert: “Wahrscheinlich wird es nicht zum Untergang kommen”.

Und dass, obwohl er in Tokyo seinen 2012-Film präsentierte, ein Werk von Sony Entertainment. Und wir wissen ja, Sony hat sich mit dem Aufbau der 2012-Vernichtungskulisse alle Mühe gegeben (u.a. mit der Pseudogründung des Pseudo-Instituts für “Human Continuity” inklusiver entsprechender Website). Emmerich darf also eigentlich nicht zuviel verraten. Deswegen hat er auch drei Wissenschaftler mitgebracht, die den Journalisten darlegten, inwiefern das Maya-Datum und Weltenchaos zusammenhängen.

An diesem Tag in Tokyo gab es eine beinahe totale Sonnenfinsternis, und die Japaner waren froh, dass sich nicht schon wieder eins der vielen Erdbeben auf die Tagesordnung drängte. Sie guckten trotzdem oft genug in den Himmel, schrieb der Spiegel, in bester 2012-Manier. Und dass die Japaner bei Weltuntergangs-Szenarien wie 2012 schneller aufhorchen als andere, ist einzusehen. Denn so schnell vergessen die nicht, dass vor ziemlich genau 64 Jahren die Apokalypse auf Nagasaki und Hiroshima niederging.

PS: Termine für Sonnenfinsternisse 2012 sind übrigens: 20. Mai 2012 (Pazifik, Asien, Nordamerika – ringförmige Finsternis) und 13. November 2012 (also kurz vor dem magischen Datum 21.12.2012, und zwar in Australien, Neuseeland, Südpazifik und Südamerika…. Maya-Land)

Hier der 2012-Trailer in (endlich) deutscher Version.

Achtung: Ihr müsst bis zum Ende lesen. Dort kommt der Hammer.

Verstörend kommt inzwischen die Website des Institus für Human Continuity daher. Dort im Intro erklärt, dass Wissenschaftler sich inzwischen darüber einig sind, dass einige globale und kosmische Entwicklungen im Jahr 2012 kulminieren werden – und dass die Welt wie wir sie kennen mit einer Wahrscheinlickeit von 94% zerstört wird.

Das ist eine beeindruckende Zahl. Das Institut führt im Introvideo aus, dass diese Ereignisse nicht abgewendet werden können. Und dass es nur noch darum gehen kann, zu überleben – damit das Ende zu einem Anfang wird… für diejenigen wenigen, die sich selbst auserwählen und Vorkehrungen gegen 2012 treffen. Dann wird erneut die 2012 Lotterie ins Spiel gebracht, von der ich schon berichtet habe.

Das wirklich verstörende sind die tollen Animationen, die sich das Institut hat erstellen lassen. Die kann man auf der Website anklicken und auf sich wirken lassen. Sämtliche 2012 Untergangsszenarien werden dort – als wäre die NASA persönlich mit am Graphikcomputer gesessen- aufbereitet und zum Konsum angeboten. Mit solchen Szenarien lassen sich bestimmt noch mehr Jünger gewinnen.

2012 und Planet X - Quelle: Institute for Human Continuity

2012 und Planet X - Quelle: Institute for Human Continuity

Zum ersten mal gesehen habe ich den Beitrag über die unterirdischen Städte, die das Institut bauen will. Angeblich habe man sich ehemalige Raketensilos im Himalaya von führenden Regierungen gesichert…

Die Seite kommt absolut seriös rüber und hat laut meiner Einschätzung jede Menge Besucher (100.000 pro Monat schätze ich). Und wenn man genau hinschaut, dann findet man irgendwann ganz unten den Hinweis darauf, wer Urheber dieser Website ist: Sony Pictures.

Dieses Institut, meine Damen und Herren, ist ein klammheimlicher, grandioser Marketingschachzug eines grandiosen amerkanisch-japanischen Filmkonzerns, der seinen kommenden Film “2012″ schon Monate vorher in die Köpfe pflanzt. Nur darum geht es hier. Man braucht eine Weile um es zu kapieren.

Ich finde es großartig.

Sony, Hut ab.

Städte brennen - Quelle: Institute for Human Continuity

Städte brennen - Quelle: Institute for Human Continuity