2012 Weltuntergang, das ist eine klassische Kataklysmustheorie. Kataklysmus bedeutet ganz allgemein eine sehr große, alles zerstörende (Natur-) Katastrophe. Man hat sicherlich von der einen oder anderen gehört. Die eine ist überliefert in der Bibel – unter dem Stichwort Sintflut.

Die andere ist wissenschaftlicher Herkunft und bezieht sich auf das Einschlagen eines gewaltigen Asteroiden vor 65 Millionen Jahren auf der Erde. In der Folge wurden riesige Menge von Staub und Ruß in die Atmosphäre geschleudert, was eine gewaltige Klimaveränderung bewirkte. Wie wir alle wissen wurden die Dinosaurier Opfer dieser Naturkatastrophe: sie starben aus. Insgesamt wurden 70% aller Lebewesen ausgelöscht. Das ist so gut wie bewiesen.

Es gibt weitere geowissenschaftliche Theorien zu Katastrophen wie Supervulkanen, Polsprüngen, Seuchen, Klimaveränderungen oder eben die berühmten Theorien zum Planeten X. Fakt ist – gewaltige Naturkatastrophen treten auf und sie sind verheerend für das Leben auf der Erde; ganz besonders für so störanfällige Wesen wie den modernen Menschen.
Nun ist ja unser Thema 2012 – der viel beschriebene Weltuntergang. (Uns sind jetzt schon 20 verschiedene Szenarien begegnet.)

Diese Vielfalt und die Intensität, mit welcher diese Überlegungen verfolgt und untersucht werden sprechen dafür, dass es sich bei der 2012-Kataklysmustheorie um mehr als erdgeschichtliches Interesse handelt. Sehr viele Menschen teilen offensichtlich ein katastrophisches, bedrohliches Weltbild. 2012 und Weltuntergang beschäftigt sie, beschwört ihre Urangst hervor. Ist das denn zeitgemäß?
Oder ein Relikt aus früheren Tagen? Um mit dem Psychologen C.G. Jung zu sprechen: 2012 ist ein Urbild zerstörerischer Naturgewalten aus dem kollektiven Unbewussten.

Blicken wir doch einmal in unsere eigene kleine Seele hinab. Natürlich ist da Angst. Angst vor einer Katastrophe, also vor dem Untergang der Welt, davor dass uns der Himmel auf den Kopf fällt. Wäre ja merkwürdig, wenn man von Naturgewalten hört oder sieht und keine hätte. Da ist sie, die eigene Urangst, Angst vor dem Auslöschen der eigenen Existenz. Die Welt? Naja, schade drum. Aber lange nicht so fürchterlich, wie das drohende Ende, der Tod. Unfassbar. Ganz ehrlich, damit beschäftigt man sich höchst ungern. Folge: Es wird verdrängt. Fertig.
Und jetzt aufatmen, wir sind wieder beim Intellekt: Die Kataklysmustheorien lassen diese Ängste auflodern, sie potenzieren sie in einer gewissen Weise. (Merke: alles, was ins Unbewusste verdrängt wird, sucht sich seinen Weg, wieder mit aller Gewalt hervor zu brechen. Die Urangst, sie nimmt sich ihren Raum.)
Schlimmer noch, was aus dem Kosmos auf uns einprasselt, können wir nicht beeinflussen. Wenn ein Riesenplanet X auf die Erde zu rauscht, heißt das Zerstörung, total. Ich , du , er , sie , es. Alles hinüber.

2012 – Totalzerstörung? 20 verschiedene Szenarien! Hat man selber auch nicht immer mal dieses unbestimmte Gefühl, dass bald etwas Schreckliches passieren wird?
Naturgewalten oder kosmische Kollisionen abzuwenden liegt (noch) außerhalb des menschlichen Vermögens. Ärgerlich, denn an höhere Mächte, an die wir diese Aufgabe abtreten können, glauben wir nicht mehr. Also bleiben wir schön allein mit all unseren Theorien, unseren Zweifeln und Ängsten.





